PM 06/2021 Offener Brief an OB Uwe Conradt und die Stadtratsfraktionen der LHS Saarbrücken

Sehr geehrter Oberbürgermeister der LHS Saarbrücken Uwe Conradt, sehr geehrte Stadtratsmitglieder,

am 08.06.2021 entscheidet der Stadtrat über die Beschlussvorlage von Uwe Conradt zur Aufwertung des Bürgerparks. Die Bürgerpark-Initiative ist diesbezüglich stets für eine direkte Bürger*innen-Beteiligung eingetreten und der Ansicht, dass das vorliegende Konzept noch einer Aussprache bedarf. Wir bitten deswegen den Stadtrat, die Beschlussvorlage nicht nur zu überarbeiten, sondern auch die Betroffenen wie angekündigt mit einzubeziehen, wie es die Parteien vor der Kommunalwahl versprochen haben. Dazu gehören für uns alle Akteure am und im Bürgerpark, also auch die Anhörung des Segelclubs Saar e.V. und der Trialsportfreunde St. Wendeler Land e.V. genauso wie die unmittelbar am Bürgerpark Wohnenden (St. Johann, Alt-Saarbrücken, Malstatt). Beteiligt waren bisher lediglich die Bürgerpark-Initiative, der Saar-Skatebording e.V., der Pétanqueclub Messidor und die Gastronomie Ulanen-Gastro. Dann gab es noch ein Livestreaming mit OB Uwe Conradt und Frau Carmen Dams (Amtsleiterin für Stadtgrün und Friedhöfe). Anschließend legte OB Uwe Conradt seine Beschlussvorlage dar. Aber soll es das gewesen sein?

Dabei ist die Bürgerpark-Initiative bis auf ein paar wenige Aspekte, wie schon in der PM 04/2021 (https://bit.ly/3bKesYw) mitgeteilt, einverstanden. Daher wollen wir im Übrigen nur auf die herausragenden Änderungsvorschläge und die Differenzen eingehen. Hervorragend finden wir, dass der Bürgerpark in mehrerlei Punkten für Gehandicapte zugänglicher werden soll. Auch die Ansicht, dass sowohl der St. Johanner als auch der Malstatter Teil des Parks einer Toilettenanlage bedarf, werten wir als positiven Erfolg. Ebenso finden wir die Ausstattung mit Trinkbrunnen eine hervorragende Idee, auch die Entsiegelung des Weges an den Bürgerpark-Pavillons sowie die Begrünung des Q-Parkhauses der Congresshalle sind in unseren Augen sinnvolle ökologische Konzepte.

Schade finden wir, dass dieses 10-Jahres-Projekt finanziell nicht "seriös beziffert werden" kann und keine Prioritätenliste enthält. So kann unserer Meinung nach keine sinnvolle und seriöse Bauplanung stattfinden.

Die Bürgerpark-Initiative hat unter anderem den Vorschlag gemacht, hinter dem Skatepark ein Kinderspielplatz zu errichten. Diesen Vorschlag hat der Verein auch dem zuständigen Landschaftsarchitektenbüro Latz & Partner gesandt. Den Vorschlag bewertete das Büro mit Email vom 18.05.2021 wie folgt:

"Den Vorschlag, die Asphaltfläche zwischen Skateanlage und Teich für Kinderspiel aufzuwerten, können wir uns als optionale Ergänzung zu den bereits geplanten Orten für Kinderspiel im Nordbereich vorstellen; allerdings müssen die Wege- und Sichtbeziehungen hier gewahrt werden. Daher hoffen wir auch auf baldige Entfernung der alten Halfpipe. Vermutlich kommen an dieser Stelle keine vertikalen Spielelemente, sondern eher informelle Angebote wie Bemalung in Frage."

Für die Bürgerpark-Initiative ist auch das ein Grund, die Bürger*innen mit einzubeziehen. Das Architektenbüro Latz & Partner eröffnet damit einen Weg zu einem Kinderspielplatz mit vertikalen Spielelementen, wofür sich die Bürgerpark-Initiative mit erster Priorität einsetzt. Dazu bedarf es allerdings einer Machbarkeitsstudie. Als Aufwertungsmöglichkeit  zunächst einen Spielplatz an der Skateanlage zu bauen, steht bei uns auf der obersten Prioritätenliste. Denn der Kinderspielplatz würde mit dem Skatepark an diesen Ort nicht nur mehr Besuchende locken, und somit für die Gastronomie interessanter werden. Dadurch würde auch eine Toilettenanlage wegen mehr sozialer Kontrolle Vandalismus ein Stück weit mehr vorbeugen. Ein Kinderspielplatz an dieser Stelle würde auch allen Stadtteilen um den Bürgerpark zu Gute kommen (St. Johann, Malstatt, Alt-Saarbrücken). Anstatt zunächst einen Spielplatz an der Bürgerpark-Residenz zu bauen, findet die Bürgerpark-Initiative den eigens vorgeschlagenen Ort für sinnvoller. Dieser könnte auch wie die Skateanlage mit dem Restfördergeld des Projektes „Soziale Stadt Malstatt“ teilfinanziert werden.

In der Beschlussvorlage wurde leider keine Erneuerung der Tischtennisanlage erwähnt. Saarbrücken ist eine Tischtennisstadt, weswegen wir meinen, dass auch in den Bürgerpark eine Tischtennisanlage vergleichbar mit denen am Staatstheater oder am Staden gehört. Auch hier bitten wir um Nachbesserung, was zeigt, dass eine direkte Bürger*innen-Beteiligung durchaus sinnvoll ist. Der Prozess um die Aufwertung des Bürgerparks darf mit dieser Beschlussvorlage nicht beendet sein.

Mit freundlichen Grüßen,
Andreas Heiske, Sprecher für die Bürgerpark-Initiative