PM 04/2021 Bürger*innen-Beteiligung zur Aufwertung des Bürgerparks findet nicht statt

Der Stadtrat der LHS Saarbrücken wird am 08.06.2021 über die Weiterentwicklung des Bürgerparks mit einem neuen Nutzungskonzept entscheiden. Obwohl vor der letzten Kommunalwahl alle Parteien für eine Bürger*innen-Beteiligung diesbezüglich eingetreten sind, gab es nur eine Anhörung der im Park aktiven Akteure. Außerdem im April 2021 ein Live-Streaming mit OB Uwe Conradt und der Amtsleiterin für Stadtgrün und Friedhöfe Carmen Dams. Soll das die Bürger*innen-Beteiligung gewesen sein?

Saarbrücken. Mit einem 10-Jahresprogramm will die LHS Saarbrücken den Bürgerpark zu einem Highlight entwickeln. Obwohl sich die Bürgerpark-Initiative stets mit Verbesserungsvorschlägen eingebracht hat (ein Vorschlag der Bürgerpark-Initiative wurde übernommen: Fußgängerweg von der Skateanlage zum Kiefernhain) und schon vor der letzten Kommunalwahl die Zustimmung aller im Stadtrat vertretenen Parteien erhalten hat, dass über die Zukunft des Bürgerparks eine Bürger*innenbeteiligung stattfinden soll, setzt sich der Oberbürgermeister der LHS Saarbrücken Uwe Conradt (CDU) mit seiner Beschlussvorlage darüber hinweg.

Dabei ist die Bürgerpark-Initiative trotz einiger Kritik mit dem größten Teil der Vorlage einverstanden, dieses Konzept wurde aber zu keinem Zeitpunkt öffentlich diskutiert.
Sehr gut findet die Initiative, a) dass Toilettenanlagen sowohl im St. Johanner als auch im Malstatter Teil des Parks geplant sind, b) die Installation von Trinkwasserbrunnen, c) eine Calisthenics-Anlage, d) die Schaffung von weiteren barrierefreien Zugängen zum Park, e) Fußgängerweg von der Skateanlage zum Kiefernhain, f) Wiederherstellung des Bürgerpark-Rondells als Ruhegarten (Neugestaltung des Brunnens, Wasserspiele), g) die Möglichkeit zu Urban-Gardening, h) Erweiterung der Sichtachsen und nicht zuletzt i) die Begrünung des Congresshallenparkhausdachs.
Kritisch beäugt die Initiative, dass das Trümmerwäldchen komplett in eine Graslandschaft verwandelt werden soll (die Vorarbeiten dazu wurden bereits ohne Beschluss durchgeführt). Hier wünscht sich die Bürgerpark-Initiative die Freilegung von Sichtachsen (z.B. von der Werth-Bastion auf die Saar) und Oasen „eines wildwüchsigen“ Bereichs. Des Weiteren möchte sie einen maßvollen und nicht einen weitreichenden Rückschnitt von Hecken und Sträuchern.
Nicht nachvollziehbar ist für die Bürgerpark-Initiative ein Kinderspielplatz an dem geplanten Ort (Eingang zum Werthweg). Dies würde nicht nur den heimeligen Charakter des Malstatter Teils wesentlich ändern, sondern scheint den neuen Bewohnenden der Bürgerpark-Residenz geschuldet zu sein. Die Initiative wünscht sich hier eine Korrektur, wonach der Spielplatz südlich von der Skateanlage errichtet wird. Dies hätte folgende Vorteile: a) der Malstatter Teil bliebe eher eine Erholungszone, b) die im St. Johanner Teil geplante Gastronomie würde durch die räumliche Nähe zu einem Spielplatz profitieren, c) der geteerte Bereich würde entsiegelt werden, was ökologisch sinnvoller wäre und nicht zuletzt d) der Spielplatz wäre sowohl für die St. Johanner, als auch für die Alt-Saarbrücker, Malstatter und künftige Messebesuchende da.

Die Bürgerpark-Initiative fordert den Stadtrat auf, die Beschlussvorlage zu verschieben, und zwar bis zu dem Zeitpunkt, nachdem eine echte Bürger*innen-Beteiligung stattgefunden hat, so wie es alle Parteien vor der letzten Kommunalwahl angekündigt haben. Was sollten die Bürger*innen ansonsten von künftigen Versprechen halten?

Für die Bürgerpark-Initiative: Andreas Heiske, Karoline Duchene, Goran Hasdenteufel, Dr. Volker Jacoby, Rainer Laufer, Jürgen Möllers

PM 04/2021 Bürger*innen-Beteiligung zur Aufwertung des Bürgerparks findet nicht statt

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